Autor: m_driver Thema: Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954  (Gelesen 62184 mal)

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Offline m_driver

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Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« am: 01.01.2011, 16:26:58 »
Hallo zusammen,

nach dem ich von den Restaurierungsberichten einiger Kollegen so begeistert bin, hab ich mich entschlossen, auch einen Restaurierungsbericht einzustellen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich im ersten Beitrag kurz vorstellen.

Ich bin 39 und komme aus einem 700-Seelen-Dorf in der Nähe von Landshut (Niederbayern). Beruflich habe ich Maschinenbauer gelernt und bin bei BMW-M in der Entwicklung als Konstrukteur tätig.

Meine Leidenschaft zu Traktoren entstand schon in meiner Kindheit, da mein Vater 1970 für 150DM einen Deutz F1 M414 kaufte, um mit der Riemenscheibe die Brennholzkreissäge anzutreiben. Eigentlich war mein Vater auf der Suche nach einem Standmotor, da aber im Nachbarort ein Traktor-Geschicklichkeitsturnier stattfand, konnte ihn einer seiner Freunde kurzerhand zum Kauf des Deutz überreden. 1976 bekam mein Vater dann noch einen Schlüter AS15 angeboten, der technisch noch in so gutem Zustand war, so dass er ihn trotz Platzprobleme heim holte (geschenkt!). 1979 kam noch ein Holder B10 hinzu, den mein Vater aber 1986 kurz vor seinem Tod zugunsten eines Motorrades wieder verkauft hat. Den ersten Kontakt mit einem MAN hatte ich mit ca. 5 Jahren. Der Landwirt, der die Wiese vor meinem Kinderzimmerfenster bewirtschaftete, hatte einen MAN AS 325H. Und ich kann mich erinnern, dass mein Vater immer sagte, das sei ein besonderer Traktor, den es sogar mit Allrad gegeben habe.

Meine Begeisterung für Traktoren war somit vorprogrammiert, zudem die ganze Verwandtschaft väterlicherseits eine Landwirtschaft besaß. Leider wurden die Traktoren von meinem Vater zwar technisch gut, aber optisch nur oberflächlich restauriert. Ich war noch zu jung und für meinen Vater hatten die Traktoren vorrangig praktischen Nutzen. Obwohl ich vor allem den Deutz mehrmals im Jahr in Einsatz hatte, standen bei mir ab dem 18. Geburtstag in der 90ern mehr Autos und Motorräder im Vordergrund.

Durch Zufall stieß ich Anfang 2005 bei Ebay auf einen MAN  B18A, der eigenartigerweise meine Begeisterung für Oldtimertraktoren und vor allem für MAN entfachte, so dass ich mich auf die Suche nach einem kleinen Allrad-MAN machte.

Im September 2005 habe ich dann in Ermangelung eines kleinen Schleppers einen MAN D40A entdeckt. Da dieser in gutem Zustand war, habe ich ihn für 3000€ erstanden, obwohl ich zuhause nach wie vor keinen Platz habe, um ihn unterzustellen, geschweige denn von Grund auf zu restaurieren. Seitdem restauriere ich abnehmbare Baugruppen und habe defekte, fehlende oder nicht originale Teile ersetzt. Untergestellt habe ich der 40er in der Landmaschinenhalle meines Cousin, der seine Nebenerwerbslandwirtschaft vor 10 Jahren aufgegeben hat.

Im September 2010 habe ich dann einen AS718A erstanden, der nun endlich in die Garage passt.

Um auch den D40A auf trockenen Boden zu bringen, hab ich vor, dieses Jahr meinen Schuppen auszumauern und die beiden Garagen neu aufzubauen. Für 2012 ist dann eine Bogenhalle mit 100qm geplant, in der dann alle vier Schlepper Platz finden. Der Schuppen wird dann zu einer Werkstatt umfunktioniert, in der ich dann alle vier Traktoren restaurieren möchte.

Soviel zu mir, auf meinen AS718A werde ich im nächsten Beitrag näher eingehen.

Gruß,
Simon

Online Lef.

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #1 am: 01.01.2011, 17:17:41 »
Hallo Simon,
klasse, ich seh mir die Berichte immer gern an.
Nur so sieht man, wie die Traktoren Stück für Stück wieder erwachen.
Zusätzlich werden in den Berichten viele Tipps und Informationen für
die gesamte MAN-Gemeinde untergebracht.

Meinen eigenen Bericht seh ich mir auch in unregelmäßigen Abständen von vorn an.
In 1 1/2 Jahren sind viele Sachen fast vergessen.
Nur den Handbremshebel vergesse ich nie. :)

Am Ende hat man eine komplette Dokumentation, die man sich nur noch aus den Beiträgen zusammenkopieren muß.

Gruß
Jörg

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #2 am: 01.01.2011, 17:36:05 »
Hallo zusammen,

nun mehr zu meinem MAN AS718A.
Gefunden habe ich ihn über Mobile.de. Auf den ersten Blick habe ich die Anzeige aufgrund der Bilder nicht beachtet, bei genauerem Hinsehen fand ich den Schlepper aber nicht uninteressant. Die Basis schien nicht schlecht zu sein, jedoch wurde das komplette Fahrzeug mit grünem Hammerschlaglack überstrichen. Bei der Besichtigung vor Ort hat sich der Zustand bestätigt, die technische Basis war einigermassen gut, wenn auch nicht vollständig oder nicht original, aber durch den Hammerschlaglack hatte das Fahrzeug so gut wie keinen Rost. Getriebe und Motor waren in sehr gutem Zustand, so daß dort keine größere Kosten und nur geringe Arbeiten zu erwarten sind. Viele andere Dinge wurden dafür total verbastelt oder sehr schlecht repariert. Nach zähen Preisverhandlungen bin ich jedoch wieder nach Hause gefahren, ohne den 18er zu kaufen. Nach einer Woche hat sich der Besitzer bei mir gemeldet und wir haben uns doch noch einigen können. Mit BMW X5 M und Tieflader ging's dann ein paar Tage später zum Abholen.  :)

Hier die gröbsten Mängel am Fahrzeug:
- Kühlernetz irreparabel beschädigt (anscheinend durch Unfall vorne rechts)
- Blattfedernpaket vorne verbogen (anscheinend durch Unfall vorne rechts)
- Hydraulikpumpe nicht original und an der falschen Seite befestigt
- Schiebestück der Kardanwelle ausgeschlagen
- Kardanwelle falschherum montiert und an Rutschkupplung verschweisst!
- Getriebe ZF A8/6 anstatt ZF A8
- Unterlenker/Hubstreben Heckhydraulik incl. Befestigung nicht original
- Zugmaul hinten incl. Befestigung nicht original
- Beleuchtungsanlage fehlt komplett.
- Elektrik katastrophal
- hintere Reifen abgefahren

Ich hab ein paar Bilder angehängt und wünsch euch noch einen schönen Neujahrstag,
Simon

Online Lef.

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #3 am: 01.01.2011, 17:49:04 »
Simon, da hast du ja was vor der Brust..

In Sachen Kühlernetz habe ich eine gute Adresse hier in Hamburg.

http://www.kuehler-kneesch.de/standort_hh.htm

Der hat meinen Kühler mit neuem Netz ausgestattet.
Auch MAN-Leo hat dort den Kühler machen lassen.

Gruß
Jörg

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #4 am: 01.01.2011, 18:08:11 »
Hallo Leo,

ich hab da auch einen Kühlerbauer in der Nähe, der auf solche Probleme spezialisiert ist:
Kühlerbau Stephan    
Neuwiesstr. 27      
94486 Osterhofen      
Tel.: 09932/1761      
Fax: 09932/1501

Muß nächste Woche mal anrufen, mein Kühler müsste normalerweise schon fertig sein. Wenigstens waren Ober- und Unterteil von meinem Kühler noch in Ordnung

Dank Dir trotzdem für den Tipp, Adressen kann man ja nicht genug haben. :-)

Gruß,
Simon   

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #5 am: 01.01.2011, 19:18:58 »
So, nachdem ich was aufzuholen habe, geht's gleich weiter.  ;)

Nachdem die Hinterreifen zwei verschiedene Größen hatten und abgefahren waren, war das das erste, was ich angepackt habe. Also hab ich Ende September bei meinem Reifenhändler zwei neue Hinterreifen bestellt und alle vier Reifen abmontieren lassen.

Nachdem mir mein Sandstrahler am Telefon angeboten hat, die Felgen nach dem Strahlen gleich in RAL1015 zu pulverbeschichten, hab ich mir die Felgen genauer angesehen. Bei den vorderen Felgen war das Horn nur leicht beschädigt, beide Felgen hatten zudem einen leichten Schlag. Bei den hinteren Felgen sah es schlimmer aus. Höhenschlag am Horn >10mm und tiefe Scharten! Anscheinend ist dort das Material so weich, daß die Felgen sogar beim Abmontieren noch verbogen wurden. Aufschweissen und Ausrichten war angesagt.
 
Zuerst hab ich überlegt, mittels Stempelsegmente und Hydraulikpresse die Felgen zu richten, das erschien mir dann aber für je zwei Felgen zu aufwändig. Ich hab mich dann doch für die händische Methode entschieden, so wie ich auch die hinteren Felgen bei meinem D40A gerichtet habe. Nachdem ich Profilschablonen angefertigt hatte, ging die Richterei los, einige lange Abende lang...

Schlußendlich passte das Profil der Felgenhörner und auch der Höhen- und Seitenschlag wieder einigermassen, aber der äussere Rand war noch wellig. Den hab ich dann mit einer "Felgendrehmaschine" noch abgedreht, siehe unten!

Leider hat dann das Pulverbeschichten länger als geplant gedauert, aber Mitte November hab ich dann per Hand die Reifen wieder aufgezogen, maschinell war mir das aufgrund der weichen hinteren Felgen zu riskant. Wenn man die Reifen von der Felgeninnenseite her montiert und  mit Reifen-Montagepaste gut schmiert, dann klappt das Montieren von Hand ganz gut, zu zweit sollte man auf jeden Fall schon sein. Zum Schutz des Felgenhorns hab ich einen durchsichtigen Schlauch der Länge nach aufgeschnitten und ähnlich wie einen Kantenschutz über das Horn geschoben, so wird beim Einsatz des Montiereisens nichts verkratzt. Grundsätzlich hält die Pulverbeschichtung ja besser, ich bin aber mal gespannt, wie sich der Lack bei Beschädigungen verhält. Ich hoffe, daß da die Farbe nicht in größere Flächen abplatzt.

Nun warten die Räder auf die Montage auf den Traktor, denn wenn der Schnee weniger wird, muß ich den MAN in die andere Garage umparken. Dann liefere ich noch ein paar Bilder nach.

Gruß,
Simon
 

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #6 am: 02.01.2011, 23:06:26 »
Hallo zusammen,

nachdem ich heute Nachmittag etwas Zeit hatte, hab ich mir ein paar Gedanken zur Elektrik gemacht. Ich weiß, ich weiß, bin noch viel zu früh dran!  ;)

Aus dem Schaltplan werd ich nicht ganz schlau, vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen.

Der gestrichelte Bereich stellt den Sicherungskasten mit den 8 Sicherungen dar (Nr.14). Die Leitungen, die nicht über Sicherungen laufen, werden nur geklemmt, d.h. es wird theoretisch noch eine Klemmleiste benötigt, oder? Ich vermute mal, daß dies empfohlen wird, um den Schlepper leichter an der Kupplungsglocke trennen zu können, oder? Ist dies praktisch erforderlich? Hupe (braun) / Lichtmaschine (hellblau+rot) / Anlasser (rot+schwarz) lassen sich doch leicht direkt abklemmen, alles andere geht eh zur Instumententafel oder zum Heck. Oder lieg ich da falsch? Wie habt ihr das gelöst?

Habt ihr zur Verlegung der einzelnen Leitungen PVC-Isolierschläuche oder Metall-Schutzschläuche verwendet? Was habt ihr für Erfahrungen damit?

Gruß und Dank euch schon mal vorab,
Simon

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #7 am: 03.01.2011, 18:19:37 »
Hallo MAN-Gemeinde,

hab heute mal Fotos gemacht, hier der Reihe nach mal die Bilder von den pulverbeschichteten Felgen mit montierten Reifen.

Während die Felgen gestrahlt und pulverbeschichtet wurden, war ich nicht untätig und hab mich nach einer originale Hydraulikpumpe samt Riemenscheibe und Halterung umgesehen. Pumpe gab's in der Bucht, Riemenscheibe beim Zintl. Die Riemenscheibe wollte ich eigentlich selber nachfertigen, aber mit zwei Gewinden zum Drehen sind zum einen die zwei Teile sehr aufwändig, zum anderen hätten mich Rohmaterial und die gestoßene Keilnut fast das gleiche wie die fertige Scheibe gekostet. Der Halter für die Pumpe folgt noch, den lass ich in nächsten Wochen mit der nächsten Charge Laserschnitteile mitschneiden.

Eine größere Aktion war die Kardanwelle. Den an der Rutschkupplung verschweissten Flansch konnte ich Gottseidank retten und mit der Drehmaschine vorsichtig abstechen. Alle Bohrungen und Gewinde waren mit Nacharbeit noch brauchbar, jedoch durch Planen des Rutschkupplungsgehäuses und des Flansches gingen ca.2mm der Gesamtlänge verloren. Nachdem das Kardanrohr wegen des Umbaus auf das um 50mm längere A8/6-Getriebe von einem der Vorbesitzer auf Höhe das Auspuffrohre um 50mm verlängert wurde (siehe Beitrag 2, Bild IMG_1941.JPG), hab ich mich entschieden, das Kardanrohr kpl. zu erneuern, dadurch konnte ich die fehlende Länge wieder ausgleichen. Dabei wurde gleich das verschlissene Schiebestück mit der Aussenverzahnung gegen ein gutes gebrauchtes getauscht, die Verzahnung in der Muffe war überraschenderweise kaum verschlissen und noch brauchbar. Nach dem Strahlen und Reiniger aller Teile incl. der Reibbeläge (bei dem auch noch mein Schraubenkompressor den Geist aufgab) hab ich dann noch beide Kreuzgelenke erneuert. Anschließend wurde alles wieder montiert und gesichert. Zum Schutz vor Verschmutzung des Schiebestückes hab ich mich bereits bei meinem D40A entschieden, anstatt des Leders einen Gummibalg zu montieren. Das werd ich beim 18er übernehmen, auch wenn's nicht original ist.

Das war's vorerst,
Simon

Offline lukas

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #8 am: 03.01.2011, 20:20:04 »
Hallo Simon,
Gratulation zu deinem 718!! Es ist toll anzusehen wie schwungvoll und fachmännisch du an die Restauration ran gehst. Wie geht das mit dem Felgenabdreher? Läßt du den Schlepper dabei laufen oder woher kommt die Drehung? Bei den elektrischen Leitungsverbinder kannst du auch einen Mehrfachstecker anfertigen, ich weiß allerdings nicht inwiefern du auf Originalität stehst. Als Kabelschutz bietet sich PVC Wickelschutz an, da man ihn zum Schluß einfach auf die Verlegten Leitungen herumwickelt. Eleganter sind natürlich Metallschläuche, allerdings muß man beim Verkabeln schon an alles denken und entsprechend ablängen und einführen. Wie werden die Kupplungsscheiben eingestellt? Hast du dafür ein Drehmoment oder gibt das Gehäuse mit den Verschraubungen das passende Maß her ? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem 718 A und einem B 18A? Unser 1. MAN von 1955 war auch ein 18er Allrad, ich weiß aber nicht mehr welcher Typ. Er wurde schon 1962 durch einen 4N2 ersetzt.
Ich freue mich schon auf weitere Berichte und wünsche dir viel Erfolg.

PS. Vom Kauf des 4N2 aus der Schlepperpost hab ich mich erstmal verabschiedet, denn ich hab unseren 4N2 gar nicht mal weit von uns entfernt wieder aufgetrieben , mal sehen was wird...
Gruß lukas

Offline Karl-Ernst

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #9 am: 03.01.2011, 21:10:13 »
@ Lukas
Wenn man den eigenen Schlepper wieder zurückkaufen kann, würde ich das einem anderen auch wenns der gleiche Type ist auch auf jeden Fall vorziehen.
Alleine schon wegen den Erinnerungen.
@ Simon
Ich muß auch sagen du leistest eine super professionelle Arbeit bei deiner Restauration.
Mit freundlichen MAN-Gruß

Karl-Ernst

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #10 am: 04.01.2011, 15:28:11 »
@ Lukas
Den Schlepper hab ich auf stabilen 8to-Böcken stehen. Zum Abdrehen hab ich mir einen Bock mit einer etwas größeren Grundplatte zusammengeschweisst und mit zwei Schwerlastdübeln am Garagenboden befestigt, musste aber den Bock beim Wechsel von hinterer auf vordere Felge einmal versetzen. Oben auf den Bock hab ich den Oberschlitten meiner Drehmaschine geschraubt. Zum Zustellen musste ich halt immer den Drehmeissel um 5/10tel seitlich verschieben, aber für den Zweck war das OK. Der Antrieb der Felge kam vom Schlepper (5. Gang).

Mit der Einstellung der Rutschkupplung hab ich mich noch nicht beschäftigt, aber da werd ich demnächst mal nachlesen.
Zwischen AS718A und dem ersten B18A/0 war laut meiner BAL nur das Getriebe unterschiedlich (A8 beim 718er; A8/6 beim B18A), siehe unten. Nagel mich aber nicht fest, bei MAN hat man ja ständig geändert...

Schade um den schönen 4N2, wenn ich das Geld übrig hätte, hätt ich selbst zugeschlagen. Werd mir aber sicher noch mal einen Rundhauber zulegen.  :) An Deiner Stelle würd ich aber in jedem Fall auch den eigenen Schlepper zurückkaufen, denn der hat ja auch einen ideellen Wert!


Dank euch beiden für die Komplimente, tut natürlich gut!  ;D Trotzdem frag ich mich, ob ich nicht manchmal zu pingelig bin, das werdet ihr an den Scheinwerfern noch sehen. So, jetzt muß ich erst mal nach München zum Musizieren.

Gruß,
Simon

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #11 am: 05.01.2011, 11:34:01 »
Hallo MAN-Freunde,

ich hab bis zum aktuellen Stand was aufzuholen, drum geht's gleich weiter. Da ich einen Restaurierungsbericht nicht eingeplant hatte, kann ich euch leidr nur mit Bildern von den überholten Teilen dienen, das wird sich aber zukünftig ändern.

Bei meinem 18er ist aktuell die Sitzschale fest auf dem Hydraulikblock verschraubt und da fallen einem auf Dauer alle Plomben raus! Drum wollte ich in jedem Fall wieder eine originale Sitzschwinge montieren. Auf der Such nach dieser und einem Werkzeugkasten bin ich in Holland fündig geworden. Den Lieferant kennt ihr alle, er bietet auch die nachgegossenen Front- und Radgewichte, aber auch neue Werkzeugkästen und Sitzschwingen für unsere MAN's an. Ich hab mich für günstige gebrauchte Teile entschieden. Der Werkzeugkasten ist in einwandfreiem Zustand und nach dem Strahlen sofort brauchbar, die gebrauchte Sitzschwinge war wie so oft in nicht so gutem Zustand. Die Lagerhülse samt Bolzen waren eingelaufen, die Abstützung für die Gummifeder und das Klemmstück für die Befestigung der Schwinge auf dem Hydraulockblock fehlten ganz (Dank an Friedrich AS 430A für das Klemmstück!).

Das Abstützblech ist ein gekantetes Laserschnittteil und war einfach herzustellen, die Lagehülse hab ich herausgetrennt, samt Bolzen neu angefertigt und wieder eingeschweisst. Zusätzlich hab ich anstatt der Schmierbohrung unten ein Schmiernippel angebracht, so daß ein einfaches Abschmieren möglich ist.

Nun warten die Teile darauf, daß ich meinen Kompressor wieder instandsetze und endlich strahlen kann. Den Kompressor werd ich mir heute Nachmittag vornehmen, es ist glücklicherweise nur ein Wellendichtring defekt.

Grüße aus dem eisig kalten Bayern,
Simon

Offline MAN Manuel

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #12 am: 05.01.2011, 19:05:37 »
Hallo Siemon

Wo giebt es denn so einen Gummibalg für die Kardanwelle, und was hat er für Maße?
Ich hab bei meinem B18A noch keinen Schutz dran.

Gruß MANuel
MAN B18A/1 Bj. 1959
MAN AS 325H Bj. 1949

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #13 am: 06.01.2011, 09:08:51 »
Hallo MANuel,

die Firma Halltech hat bei Faltenbälgen ein riesiges Angebot. Sieh mal im Katalog unter www.halltech.de/files/article_pdf/Katalog%20F04_komplett.pdf  nach, der Balg hat die Bezeichnung F 2116 CR (letzte Seite).
Originaler wär sicher die Leder-Abdeckung, aber der Faltenbalg faltet sich definiert zusammen und hat dadurch einfach eine wesentlich längere Lebensdauer. Zur Befestigung verwende ich die alten Schlauchbinder DIN 32620, die gibt's bei Theopold-Parts, wenigstens sind die original, zudem haben sie weniger Bauhöhe als die aktuellen vom Baumarkt.

Gruß und einen schönen Feiertag,
Simon

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #14 am: 06.01.2011, 10:33:35 »
Hallo zusammen,

nun zur letzten Arbeit vom Montag.

Die Suche nach den originalen kleinen Scheinwerfern Durchmesser 105mm vom AS718A hat sich auch als nicht ganz einfach herausgestellt, bin aber dann doch fündig geworden. Anscheinend hat es die kleinen Leuchten auch als Arbeitsscheinwerfer gegeben, allerdings waren diese mit einem angeschweissten Griff und mit Offnungen für Schalter und Kabel versehen. Also war erst mal Entfernen der Griffbügel angesagt. Anschließend hab ich alle Löcher zugeschweisst und grob verfeilt, um Füllern vor dem Lackieren werd ich aber trotzdem nicht herumkommen. Der nächste Schönheitsfehler war, daß die Scheinwerfer für stehenden Einbau gedacht waren und die äusseren Ringe entsprechend angebracht sind. Das Drehen der Ringe samt Gläser und Reflektoren war mit ein wenig Nacharbeit auch möglich, bei den Gehäusen hab ich dann noch die Kondensat-Bohrungen versetzt und die alten verschweisst.

Da Arbeitsscheinwerfer ja schwenkbar/einstellbar sein müssen, hab ich neue Klemmstücke und zwei Sechskantmuttern neu anfertigen müssen. Dadurch können die Scheinwerfer nun fest eingestellt und festgeklemmt werden. Da bei mir an der Kühlermaske die Scheinwerferstützen kpl. fehlen, hab ich am Montag auch die konischen Halter gedreht, die dann mit den Befestigungsplatten verschweisst werden, welche dann wiederum mit der Kühlermaske vernietet werden. Die Befestigungsplatten lasse ich mit der nächsten Charge Schnittteile lasern, vielen Dank an dieser Stelle an Magne für die Maße der Platten.

Nach dem Strahlen der Teile sollte dann auch das Thema Scheinwerfer abgehakt sein  :), leider bin ich aber gesten nicht mehr zur Reparatur meines Kompressors gekommen.  :(

Übrigens gibt es anscheinend die Scheinwerfergläser, Reflektoren und Fassungen für die kleinen 105mm-Scheinwerfer wieder, siehe www.oldtimer-jehle.de/shop/ !

Gruß,
Simon

Offline MAN-fantast

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #15 am: 07.01.2011, 12:05:27 »
Hallo Simon,

Deine saubere Arbeit ist immer schön an zu schauen ...  Ich wundere mich, ist der AS 718 A der einzige MAN Typ mit konischen Rohrstützen für die Scheinwerfer?  Auch der 718 des Thomas (D-Platoon) hat diesen verbaut...  Meines Wissens haben die anderen mit 105 mm Durchmesser zylindrischen Rohrstützen, z.B. B18A und A25A (?)

Gruss
Magne
Schönen MAN-Gruß aus Norwegen

Magne

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #16 am: 07.01.2011, 13:18:56 »
Hallo Magne,

Du hast recht, alle A25A, die ich kenne, haben die 105mm-Scheinwerfer mit zylindríschen Scheinwerferstützen. Auch in der ETL vom AS718A sind sie zylindrisch abgebildet, aber wie wir ja wissen wurden die Bilder in den ETL's nicht immer neu angefertigt, sondern oft von anderen Typen übernommen. Beim AS718A und den ersten B18A bin ich mir auch nicht sicher.. Meine Entscheidung für die konischen Stützen beruht auf den vielen Bildern, die ich gefunden habe. Das Bild, das ich eingestellt habe, ist von einem 18er, der auf einer Traktoren-DVD gezeigt wird. Auch der B18A Bj.1956 von Rainer (M.A.Ngönntsichjasonstnix) hat die konischen Scheinwerferstützen, bei mobile.de ist einer zu finden, auch hier ist einer... http://www.forum.man-traktor.de/alles_weitere/altes_schaetzchen-t1762.0.html;msg11618#msg11618

Vielleicht hat es die 105mm-Scheinwerfer als Schraub- und als Klemmversion gegeben? Eine Klemmung mit konischen Stützen wird schwierig. Meine Scheinwerfer haben ein Gewinde M12x1,5.

Aber das beweist mal wieder Dein schier unglaubliches Fachwissen und professionelles Auge zum Thema MAN.  :) Sieht man sich in Kaltenberg

Gruß und vielen Dank für den Hinweis und Deine fachliche Unterstützung,
Simon

Offline Eifel MAN

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #17 am: 07.01.2011, 18:19:03 »
Hallo Simon

Schönes Schätzchen hast Du da. Die Restauration bringt immer Überraschungen mit sich. Aber deine Scheinwerfer passen auch von diversen IHC Modellen der D-Serie wie Jörg ihn hat. Ich kenne 3, einen D 436 und D 439 mit Frontlader wobei die Gewinde der Scheinwerfer geklemmt werden und einen 654 der hat diese als Arbeitsscheinwerfer original am Bügel hinten montiert.
MfG.: Eifel-MAN

Offline m_driver

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #18 am: 14.01.2011, 20:07:21 »
Hallo zusammen,

wenn auch nicht viel, so bin ich Anfang letzter Woche dennoch ein wenig weiter gekommen. Zuerst hab ich mir die hinteren Kotflügel vorgenommen. Der rechte hat einen leichten Knick, den werd ich in den nächsten Tagen mit der Hydraulikpresse meines Cousin wieder ausrichten. Alle überflüssigen Löcher und Risse hab ich per WIG verschlossen. Interessanterweise sind die Bohrungen für die originalen Heckleuchten noch vorhanden. Leider ist mir das Argon ausgegangen, so daß es noch ein wenig dauert, bis die Kotflügel fertig zum Strahlen sind...

Die nächste Baustelle ist der Kühlergrill. Mittels einer Schraubzange (parallele Klemmung) und zwei Sägeblättern lassen sich die Kühlerstäbe super ausrichten, jedoch stehen sie nach dem Ausrichten so unter Spannung, daß sie krummer aussehen als vorher. Was habt ihr da für Erfahrungen? Ist es sinnvoller, die Stäbe herauszutrennen und neu einzuschweissen?

Gruß,
Simon

Offline Karl-Ernst

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Re:Restaurierung meines MAN AS718A Bj. 1954
« Antwort #19 am: 14.01.2011, 20:14:49 »
Hallo,
ich hatte die Stäbe alle rausgetrennt und über ein passendes Blech über die Kannte gerichtet.
Das ging eigentlich recht zügig und ich denke das sich das Ergebniss auch sehen lassen kann.
Mit freundlichen MAN-Gruß

Karl-Ernst