Autor: DLD.2 Thema: MAN B18 A/1 Restauration  (Gelesen 11700 mal)

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Offline DLD.2

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MAN B18 A/1 Restauration
« am: 15.06.2008, 21:17:12 »
Hallo,

da ich seit längerem in diesem Forum lese und seit ca. einem 3/4 Jahr Stolzer besitzer eines MAN B18A/1 Bj: 1958 bin möchte ich nun auch einen zusammenfassenden Restaurationsbericht schreiben.
Vorerst über mich, ich bin Jahrgang 90, Schüler und schraube schon seit längeren an allem Alten was lärm macht und sich bewegt  ;)

Meinen MAN habe ich durch einen Zufall bekommen, ich meldete mich auf eine Annonce im Landwirtschaftlichen Wochenblatt bei einem Herren, der mehrere Schlepper zu verkaufen hatte. Wir vereinbarten einen Termin und am folgenden Wochenende fuhr ich mit einem Kollegen zur Besichtigung meines zukünftigen Projektes.
Leider kam es so das der Besitzer nicht Zuhause war sondern nur eine Notiz, so das mein Bekannter und ich uns den falschen MAN anschauten, einen 28er Rundhauber mit Allrad, welcher jedoch vom Zustand schlecht war und nicht anspringen wollte.
Also am selben Abend mit dem Herren telefoniert. Ich erfuhr, dass er den B18  extra für uns seperat gestellt hatte und wir ihn einfach nur im Eifer des Gefechts übersehen hatten.

Nach einiger Überzeugungsarbeit fuhr ich am nächsten Tag mit meinem Vater um den richtigen Schlepper zu begutachten und so stand er dann vor uns.





Die Bestandsaufnahme vor Ort war folgende:

Motorhaube fehlt, eine verkehrte Felge, alles Verrostet, der Motor lief nicht( ließ sich aber drehen), alles war voller Laub, Dreck, Ölschmier und Dornenranken.
Alles was der Besitzer uns sagen konnte war, das er den Schlepper vor 30 Jahren in dem Zustand gekauft hatte und nur den  Frontlader, welcher zufor angebaut war , abgebaut hatte, welcher aber schon verkauft war.

Nach einem kurzem Gespräch mit Vater: " Was hälst du von dem Dingen?" Antwort: " Musst du selber wissen, in meinen Augen ist das nur ein großer Haufen Schrott!"  War für mich klar : " Gut, dann kauf ich den!"   ;D

Ich war glücklich und wir fuhren Heim, doch Zuhause stellte sich die nächste Frage, wie soll das Teil die 60 KM zu mir schaffen?
fahren unmöglich, und einen passenden Anhänger mit Zugmaschiene hatten wir auch nicht zur Hand. Der Verkäufer kam uns zum Glück sehr entgegen und brachte mir den Schlepper per LKW und so kam er eine Woche später im Dunkeln in seiner neuen Heimat an.




« Letzte Änderung: 16.06.2008, 20:27:25 von DLD.2 »

Offline ackerdiesel

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Re: MAN B18 A/1 Restauration
« Antwort #1 am: 16.06.2008, 14:18:30 »
Schöne Geschichte.

Hadt Du noch ein paar Fotos ?

Offline DLD.2

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Re: MAN B18 A/1 Restauration
« Antwort #2 am: 16.06.2008, 20:08:32 »
Hallo,

Fotos habe ich ca. 150-200, gestern hatte ich auch welche drinne, aber ich teste momentan noch wie ich die am besten einstelle. Ich muss die zuerst komprimiert bekommen, sonst kann ich aufgrund der Größe nur ein Bild pro Beitrag einfügen.

Gruß Alex

Offline DLD.2

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Re: MAN B18 A/1 Restauration
« Antwort #3 am: 16.06.2008, 21:50:20 »
Nachdem der Schlepper mit 2 Mann in die Werkstatt geschoben wurde war erst mal Schluss für diesen Abend.
Am nächsten Tag stand er dann so, bei Sonnenschein, vor mir und ich verschaffte mir einen etwas gründlicheren Überblick über das was jetzt die nächsten Monate all mein Geld und meine Freizeit verschlingen sollte.



Was nun als erstes in Angriff zu nehmen war, war die Überprüfung des Motors. Ventildeckel abgenommen, Ventile eingestellt, öl Kontrolliert, Wasser drauf, neuen Dieselfilter rein, entlüftet und versucht zu starten,.. eigentlich hatte ich mit meinem Optimismus erwartet, das er jetzt super läuft und ich ne kleine Runde aufem Hof drehen könnte aber was war, Pustekuchen.
Zuerst wollte er nicht anspringen und nach mehreren Versuchen kam er solangsam und lief, fals man es so bezeichnen darf,..
Er qualmte dauerhaft schwarz, ließ kein Gas regulieren, und als wir einen Gang einlegten blieb er stehen,außer man schob ihn an.
Leicht gefrustet schoben wir ihn mit meinem kleinen roten Cormick (DLD.2), zurück in den Schuppen.
Als erstes bauten wir nun die Einspritzpumpe samt Fliehkraftregler aus, reinigten alles aufs gründlichste, machten alles wieder gangbar.
Eine Sichtprüfung des Motors von innen,gründliche Säuberung und Spülung waren auch selbstverständlich.
Alles zusammengebaut (mit 10ner Öl zum Spülen) und siehe da er läuft, hat einen satten kernigen Sound und wir waren fürs Erste zufrieden.




« Letzte Änderung: 16.06.2008, 21:51:54 von DLD.2 »

Offline D-Platoon

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Re: MAN B18 A/1 Restauration
« Antwort #4 am: 19.06.2008, 22:46:23 »
Hey Alex!

Sehr schöner Bericht!
Weiter so!  ;)

Bin gespannt auf deine weiteren ausführungen!

Gruß
Thomas
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Offline DLD.2

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Re: MAN B18 A/1 Restauration
« Antwort #5 am: 27.06.2008, 22:24:01 »
und weiter gings;

was nun anstand war die Überholung der Wasserpumpe, da diese viel Waser schmiss.
 Außeinandergebaut habe ich diese mit Hilfe eines guten Freundes,welcher mir bei allem während der Restauration half.
Leider waren wir nicht vorsichtig genug und uns riss das Aluminium-Rad ein, welches aber geschweißt wurde und nun tadellos leuft.   Den Zusammenbau überließen wir aufgrund von Ersatzteilmangel einen Fachmann, so das die Pumpe (bis auf ihre geschweißte Aluriemenscheibe) nun neuwertig ist und mit zuen Lagern so schnell keine Probleme merh macht.
Pumpe eingebaut, Kühler gelötet, und dann eine runde gedreht.
Da der Schlepper ohne anzschieben nicht vorwärtskam und sehr schlecht bremste, haben wir den Schlepper mitten im Winter getrennt und die Kupplung ausgebaut.
Wie zu erwarten war kein bisschen Belag mehr drauf und auch das Ausrücklagert war nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Deie  Teile tauschten wir also aus und bauten den Schlepper 2 Tage später zusammn und alles funktionierte so wie es sollte.
Was nun als nächstes fehlte, um den MAN länger laufen zulassen war ein neuer Tank da der alte mehr einem Sieb ähnelte und auch mit viel Lot, Glasfasermatten und Spachtel nicht dichtzubekommen  war.
Durch etwas Glück machten wir ganz in der nähe einen Passenden Tank aus. Hier fanden wir auch noch die fehlende Motorhaube und das Tankband zu einem wirklich günstigen Preis.
Schnell alles ausgetauscht ( natürlich nach gründlicher Reinigung, Schleifen Grundieren und Lackieren)  und dann ran an die Bremsen die erste Seite aufgemacht und schon sahen wir das neue Beläge das mindeste seien würden. Diese oraginsiert, verbaut und die andere Seite geöffnet, auf welcher ein Nachstellen und Reinigen ausreichte.
Arbeiten die hiernach folgten waren ein Blik ins Getriebe der sehr positiv ausfiel (nur ein Paar Federn getauscht), ein neuer Keilriemen, Anlasser zerlegen, andre Kohlen rein , Hydraulik umlegen, säubern, neues öl auffüllen, alle öle kontrollieren , tauschen, entlüftungen aufbohren, Sitzbozen erneuern, andere Hinterradfelgen besorgen samt komplett neue (gut gebrauchte) Reifen für vorne und hinten, Blattfeder komplett zerlegen und gebrochene Federlage erneuern, sowie viele andere Kleinigkeiten,...
Jetzt steht der Schlepper fahrbereit im Schuppen und wartet auf seinbe Komplettierung welche jetzt in den Ferien vonstatten gehen soll,.. was fehlt sind die HinterenKotflügel spachteln, lacken und die gesamte Elektrick neu machen,..

Gruß Alex